Aufgehört zu folgen. Angefangen zu gestalten — zwischen Europa und Südafrika.
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So leben wir wirklich in Südafrika – und was du wissen solltest, bevor du sowas planst

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Wenn Menschen hören, dass wir in Südafrika leben, kommen meistens zwei Reaktionen: entweder große Augen und „Wow, wie aufregend" – oder ein besorgtes „Aber ist das nicht gefährlich?" Beides greift zu kurz. Die Wahrheit ist konkreter, ehrlicher – und für manche vielleicht überraschend machbar. Für andere nicht.

Dieser Artikel ist kein Reisebericht. Er ist ein ehrlicher Einblick in unseren Alltag – damit du selbst einschätzen kannst, ob so ein Leben etwas für dich wäre.

Wie wir hier gelandet sind

Wir sind nicht von heute auf morgen nach Südafrika gezogen. Unsere erste Base war Kroatien – dort haben wir mehrere Jahre gelebt, dort haben wir Immobilien, dort arbeiten wir nach wie vor. Südafrika ist nicht der Ersatz, sondern die zweite Base. Das ist ein wichtiger Unterschied.

Bevor wir hier sesshaft wurden, waren wir zehn Monate unterwegs – Costa Rica, Frankreich, Portugal, und das erste Mal Südafrika. Das war keine Auszeit, sondern eine bewusste Suchphase. Wir wollten wissen, wo wir wirklich leben wollen. Südafrika hat uns von Anfang an anders angesprochen. Das Western Cape, das Meer, die Luft, die Menschen. Wir sind geblieben.


Wo wir leben und wie der Alltag aussieht

Wir wohnen in einer kleinen Community im Western Cape, direkt am Meer. Zwei, drei Minuten zu Fuß, und wir stehen am Long Beach – einem der schönsten Strände der ganzen Region. Die Community war früher mal eine ausgewachsene Hippie-Siedlung. Heute lebt hier ein bunter Mix aus Menschen, die eines gemeinsam haben: Sie denken gerne selbst. Barfuß laufen ist hier keine Aussage, sondern einfach normal.

Wir hetzen nicht. Nicht weil wir nichts zu tun hätten, sondern weil unsere Kinder nicht in die Schule müssen. Til und Fee gehen von Montag bis Donnerstag ins Lerncamp, zehn Minuten mit dem Auto. Lena geht Montag bis Mittwoch – Donnerstag und Freitag gehören ihr. Sie beschäftigt sich mit Finanzen, Krypto, geopolitischen Zusammenhängen. Sie hat ihren eigenen Tradingaccount. Ob die Kinder hingehen, ist ihre Entscheidung. Sie gehen gerne.

Wenn die Kinder weg sind, arbeiten Oliver und ich. Wir verdienen unser Geld mit Trading, Investments und Immobilien – das passiert nicht von selbst, aber es passiert zu unseren Bedingungen. Ich arbeite morgens, manchmal auch abends. Oliver setzt sich an seine Investments. Jeder in seinem Rhythmus, ohne festen Takt von außen.

Was das kostet – und was es braucht

Südafrika ist im Vergleich zu Deutschland oder der Schweiz günstig. Aber günstig bedeutet nicht kostenlos, und es bedeutet nicht, dass man ohne solide Einkommensgrundlage einfach loszieht. Wie viel unser Leben hier wirklich kostet, haben wir in diesem Artikel aufgeschlüsselt.

Was unsere Einkommensgrundlage angeht, haben Oliver und ich unterschiedliche Schwerpunkte. Oliver kümmert sich um langfristige Investments – Krypto, Rohstoffe, Edelmetalle. Er hat sich über Jahre intensiv selbst vorbereitet und weitergebildet. Wie er das gemacht hat, beschreibt er hier.

Ich arbeite seit letztem Jahr im Bereich Trading und Krypto zusammen mit einer Akademie. Live Calls, Live Trading Sessions, eine VIP Tradinggruppe und eine komplette Ausbildungsstruktur – das ist der Rahmen, in dem ich arbeite und lerne. Was genau dahintersteckt und wie das funktioniert, erkläre ich in diesem Artikel.

Auf dem Weg zum Lerncamp fahren wir jeden Morgen an einem Township vorbei, das direkt vor unserer Community liegt. Ich will ehrlich sein: Am Anfang war das gewöhnungsbedürftig. Nicht weil ich Angst hatte – die hatte ich eigentlich nie. Aber es ist eine andere Welt, die da direkt neben unserer liegt. Und das spürt man.

Was mich anfangs mehr beschäftigt hat, waren die Bettler an den Ampeln. Manche strahlen trotz allem eine bemerkenswert positive Energie aus. Andere sind aufdringlich, manchmal unangenehm. Wir hatten eine Zeit lang jemanden, der regelmäßig direkt ans Autofenster kam und Dinge reinrief. Das hat mich irritiert – und die Kinder auch. Heute gehen wir damit anders um. Ruhiger. Nicht gleichgültig, aber geerdet.

Abends alleine lange unterwegs sein – das mache ich nicht. Das ist keine Paranoia, das ist gesunder Menschenverstand in einem Land, das seine eigene Geschichte trägt.


Sicherheit: was wir haben – und was wir nicht mehr brauchen

Wir haben eine Alarmanlage, einen Sicherheitsdienst, einen Panikknopf. Am Anfang haben wir die Alarmanlage auch nachts angemacht. Mittlerweile nicht mehr. Die Anspannung ist irgendwann einfach gewichen – nicht weil wir naiv geworden wären, sondern weil wir den Alltag hier kennen.

Wir haben Solar und eigene Wassertanks nachgerüstet. Load shedding kennen wir nur vom Hörensagen. Das war eine bewusste Entscheidung, und sie hat sich gelohnt.

Die Community: mehr als Nachbarn

Was ich so nicht erwartet hatte: wie sehr diese Community wirklich eine Gemeinschaft ist. Es gibt ein eigenes Komwatch Gruppe – Nachbarn, die aufeinander achten. Wenn sich jemand Unbekanntes in der Gegend aufhält, weiß man es innerhalb von Minuten über eine der vielen WhatsApp-Gruppen. Eine nur für die Müllabfuhr, eine für Verkäufe, eine Generalgruppe für alles andere. Als ich jemanden für unsere Solaranlage gesucht habe, hatte ich binnen Stunden drei Empfehlungen. Letztes Jahr haben wir beim eigenen Community-Festival mitgemacht, hatten einen eigenen Stand. Das war einer dieser Momente, wo man merkt: Wir sind nicht irgendwo hingezogen. Wir sind irgendwo angekommen.

Was schwierig ist – und bleibt

Das Visum. Wir haben im September letzten Jahres einen Financial Permanent Residency Antrag gestellt – und bis heute keine Antwort. Wir klagen gerade auf Bearbeitung. Solange arbeiten wir mit der Verlängerung des Touristenvisums. Das ist der Teil, den kaum jemand in den Hochglanzberichten über Auswandern erwähnt: Rechtssicherheit braucht Zeit, manchmal sehr viel Zeit. Dem Thema Visum widmen wir einen eigenen Artikel – weil es das verdient.

Und dann sind da unsere beiden älteren Töchter, die in Deutschland leben. Das ist manchmal wirklich schwer. Nicht dramatisch, nicht jeden Tag – aber die Distanz ist real, und sie bleibt es.

Was du wirklich brauchst, wenn du sowas planst

Mut. Eine Menge Eigenverantwortung. Und eine Einkommensgrundlage, die nicht an einem Ort hängt. Wir haben das nicht aus dem Nichts aufgebaut – Kroatien mit seinen Immobilien war unsere erste Basis, von der aus wir weiterdenken konnten. Südafrika ist der nächste Schritt, nicht der erste.

Geld schadet nicht – aber es ist nicht das Erste, was du brauchst. Das Erste ist die Bereitschaft, Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Niemand organisiert das für dich. Kein Amt, kein Arbeitgeber, keine Struktur von außen.

Wer das mitbringt, findet hier ein Leben, das sich sehr anders anfühlt. Offener. Ruhiger. Echter – zumindest für uns.

Fazit

Südafrika ist kein Paradies ohne Ecken und Kanten. Es gibt ein Township vor der Tür, ein Visum, das seit Monaten auf Bearbeitung wartet, und zwei Töchter, die weit weg sind. Das gehört dazu – und wir sagen es, weil es die Wahrheit ist.

Aber es gibt auch einen Long Beach vor der Tür, eine Gemeinschaft, die funktioniert, Kinder, die selbstbestimmt lernen, und einen Alltag, der sich nach unserem Leben anfühlt – nicht nach dem, das andere für uns vorgesehen hätten.

War es die richtige Entscheidung? Für uns ja. Ob es die richtige für dich wäre, kannst nur du beantworten. Aber vielleicht hilft dieser Artikel dabei.


Infobox

Passende Artikel & Links:

📌 Was unser Leben in Südafrika wirklich kostet – alle Zahlen, ehrlich aufgeschlüsselt:
Was kostet unser Leben in Südafrika wirklich?

📌 Wie Oliver sich vom Personaldienstleister zum Investor entwickelt hat – seine Quellen, sein Weg:
Olivers Weg vom Personaldienstleister zum Investor

📌 Was es mit unserer Trading-Akademie auf sich hat – meine ehrliche Erfahrung:
Meine ehrliche Erfahrung mit einer Trading-Akademie

📌 Wie wir überhaupt in Südafrika gelandet sind – die ganze Geschichte:
Wie wir in einem Land gelandet sind, in dem wir vorher noch nie waren

📌 Das Lerncamp unserer Kinder – selbstbestimmtes Lernen in der Natur:
Nature Lore Lerncamp

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