Interview mit Rechtsanwalt Christoph von Kalckreuth - unsere persönliche Erfahrung vorab
Bevor wir in das Interview einsteigen, möchten wir kurz unsere eigene Erfahrung teilen. Wir haben selbst bereits mit Christoph von Kalckreuth zusammengearbeitet – sowohl beim Kauf unserer ersten Immobilie in Südafrika als auch beim gesamten Geldtransfer von Europa nach Südafrika.
Gemeinsam mit ihm haben wir auch ein Treuhandkonto eröffnet, über das der komplette Geldtransit abgewickelt wurde. Christoph hat uns dabei vom ersten Schritt bis zum Abschluss des Immobilienkaufs begleitet – von den rechtlichen Fragen über den Geldtransfer bis hin zum gesamten Kaufprozess.
Gerade wenn man zum ersten Mal eine Immobilie im Ausland kauft, tauchen viele Fragen auf. Für uns war es deshalb sehr hilfreich, jemanden an der Seite zu haben, der sowohl die südafrikanischen Abläufe genau kennt als auch die Perspektive deutschsprachiger Käufer versteht. Wir haben uns während des gesamten Prozesses sehr gut betreut gefühlt und waren mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden.
Christoph, stell dich doch kurz vor: Wer bist du und was genau machst du in Kapstadt?
Mein Name ist Christoph von Kalkreuth. Ich bin in Deutschland zugelassener Rechtsanwalt und lebe seit 2001 in Kapstadt.
Seitdem habe ich mich darauf spezialisiert, deutschsprachige Mandanten in Kapstadt und Südafrika zu betreuen – insbesondere beim Immobilienkauf, bei Firmengründungen, Business-Anmeldungen, Devisentransfers, Steueranmeldungen und bei allgemeinen rechtlichen Fragen rund um Investitionen oder ein Leben in Südafrika.
Der Großteil meiner Mandanten kommt aus dem deutschsprachigen Raum. Etwa 80 bis 90 Prozent sind Privatpersonen, dazu kommen einige kommerzielle Kunden, etwa bei Firmengründungen oder Interimsmanagement.
Warum ist rechtliche Beratung beim Thema Geld im Ausland so wichtig?
Viele Mandanten wissen nicht, dass Südafrika Devisenkontrollen unterliegt.
Das wird oft erst dann relevant, wenn man später Geld wieder ins Ausland transferieren möchte. Deshalb ist es wichtig, dass Geld von Anfang an korrekt nach Südafrika eingeführt und registriert wird.
Nur so kann später sichergestellt werden, dass dieses Geld auch wieder problemlos aus Südafrika ausgeführt werden kann.
Für wen ist deine Beratung besonders sinnvoll?
Vor allem für deutschsprachige Mandanten, die zum ersten Mal eine Immobilie in Südafrika kaufen.
Viele Abläufe unterscheiden sich von Deutschland. Besonders in den vorgefertigten Kaufverträgen der Maklerverstecken sich manchmal kleine Fallstricke. Idealerweise lässt man solche Verträge daher vor der Unterschrift prüfen.
Welche Fragen tauchen in einer Erstberatung typischerweise auf?
Viele Fragen drehen sich um:
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steuerliche Themen, zum Beispiel bei Airbnb-Vermietung
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die richtige Eigentümerstruktur (Privatperson, Company oder Trust)
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den genauen Ablauf eines Immobilienkaufs in Südafrika
Gerade der rechtliche Prozess und die Zeitabläufe sind für viele Käufer zunächst neu.
Können Ausländer ein Bankkonto in Südafrika eröffnen?
Ja. Ausländer können ein sogenanntes Non-Resident-Konto bei einer südafrikanischen Bank eröffnen.
Der Papieraufwand ist relativ hoch, aber danach erhält man Internetbanking und eine Bankkarte für lokale Zahlungen.
Zusätzlich bieten wir ein Treuhandkonto an. Darüber können Devisentransfers aus dem Ausland organisiert werden – oft mit besseren Wechselkursen.
Beim Immobilienkauf können wir außerdem Bankgarantien erstellen, wodurch der Geldtransfer besonders sicher abgewickelt werden kann.
Welche Voraussetzungen braucht man für eine Kontoeröffnung?
In der Regel benötigen Mandanten:
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einen Reisepass
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einen Wohnsitznachweis
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3 bis 6 Monate Kontoauszüge aus dem Heimatland
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verschiedene Antragsformulare
Wie lange dauert es, bis ein Konto nutzbar ist?
Das ist unterschiedlich. Manche Mandanten erhalten ihr Konto innerhalb eines Tages, andere warten mehrere Wochen.
Das hängt häufig von Bank und Filiale ab.
Ein Treuhandkonto können wir dagegen meist innerhalb eines Tages eröffnen.
Wie stellst du sichere und legale Geldtransfers nach Südafrika sicher?
Ich empfehle meinen Mandanten, Geld direkt von ihrer Hausbank auf unser Treuhandkonto zu überweisen.
Bei manchen privaten Transferanbietern fehlt später der offizielle Nachweis, dass das Geld tatsächlich nach Südafrika eingeführt wurde. Das kann Probleme verursachen, wenn man Geld wieder ins Ausland transferieren möchte.
Über unser Treuhandkonto können wir den Transfer korrekt dokumentieren.
Dafür wird ein sogenanntes BOP-Formular (Balance of Payment) ausgefüllt. Darin wird festgehalten:
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woher das Geld stammt
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wer es sendet
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wer es empfängt
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wofür es verwendet wird (z. B. Immobilienkauf oder Investment)
Dieses Formular wird an die südafrikanische Zentralbank weitergeleitet und dort registriert. Dadurch ist sichergestellt, dass das Geld später auch wieder legal ausgeführt werden kann.
Fazit
Der Kauf einer Immobilie in Südafrika oder der Transfer größerer Geldbeträge ins Ausland wirkt auf den ersten Blick unkompliziert – in der Praxis gibt es jedoch einige rechtliche und finanzielle Besonderheiten, die man kennen sollte. Vor allem die Devisenkontrollen, die richtige Dokumentation von Geldtransfers und die Wahl der passenden Struktur beim Immobilienkauf spielen eine entscheidende Rolle.
Das Interview mit Rechtsanwalt Christoph von Kalckreuth zeigt deutlich: Wer sich frühzeitig informiert und die Abläufe versteht, kann viele typische Fehler vermeiden.
Unsere eigene Erfahrung bestätigt das. Gerade bei Themen wie Geldtransfer, Treuhandkonto oder Immobilienkauf im Ausland ist es hilfreich, jemanden an der Seite zu haben, der sowohl die lokalen Prozesse kennt als auch versteht, welche Fragen Käufer aus Europa mitbringen.
Wer also darüber nachdenkt, in Südafrika zu investieren oder eine Immobilie zu kaufen, sollte sich rechtzeitig mit den rechtlichen Rahmenbedingungen beschäftigen – und sich im Zweifel von jemandem beraten lassen, der sich vor Ort auskennt.


