Interview mit Jörg Hasenbach, Immobilienexperte, über Kapstadt, Marktverständnis und kluge Entscheidungen
Der Immobilienmarkt in Südafrika – insbesondere rund um Kapstadt – zieht seit Jahren internationale Käufer an. Doch zwischen Traum und Realität liegen oft rechtliche, steuerliche und strukturelle Fallstricke. Im Interview spricht Immobilienexperte Jörg Hasenbach über seinen Weg nach Südafrika, typische Fehler von Käufern und warum Klarheit vor dem Kauf entscheidend ist.
Jörg, stell dich bitte kurz vor. Wie bist du nach Südafrika gekommen – und warum bist du geblieben?
Mein Name ist Jörg Hasenbach. Ich bin vor rund 26 Jahren, zum Millennium-Silvester, das erste Mal nach Südafrika gereist – ursprünglich nur im Urlaub. Die Schönheit des Landes hat mich sofort fasziniert. Drei Jahre später habe ich beschlossen, nach Südafrika auszuwandern.
Nach meiner Auswanderung stellte sich die Frage, was ich beruflich machen möchte. Ich habe begonnen, alte, eher unscheinbare Häuser zu kaufen, sie zu renovieren und wieder zu verkaufen. Über dieses Immobilien-Flipping bin ich Schritt für Schritt tiefer in den Immobilienmarkt eingestiegen.
Nach einer kritischen Rückmeldung an eine Immobilienfirma wurde mir schließlich angeboten, selbst als Makler einzusteigen – und so bin ich bis heute im Immobilienmarkt geblieben.
Wen begleitest du typischerweise beim Immobilienkauf in Südafrika?
Im Wesentlichen zwei Gruppen.
Zum einen internationale Käufer, vor allem aus Europa. Viele suchen eine Zweitimmobilie in Südafrika oder planen konkret die Auswanderung.
Die zweite Gruppe sind Südafrikaner, die aus Städten wie Johannesburg oder Durban nach Kapstadt ziehen. Dieser Trend wird *Semi-Migration* genannt und ist stark wachsend – vor allem wegen der hohen Lebensqualität im Western Cape.
In welchen Regionen bist du spezialisiert?
Mein Fokus liegt klar auf Kapstadt und den umliegenden Regionen – insbesondere den südlichen Vororten, den Küstengebieten sowie den Winelands rund um Stellenbosch und Franschhoek.
Ich darf im gesamten Western Cape Immobilien verkaufen, konzentriere mich aber bewusst auf Regionen, die ich sehr gut kenne.
Begleitest du Wohnungskäufe, Hauskäufe oder beides?
Ich begleite sowohl Wohnungskäufe als auch Hauskäufe.
Wohnungen werden in Südafrika als *Sectional Title* gekauft, Häuser als *Freehold Title*. Der rechtliche Rahmen unterscheidet sich, der Kaufprozess und die grundlegenden Prinzipien sind jedoch ähnlich. Wichtig ist, dass Käufer genau verstehen, welche Eigentumsform sie wählen.
Welche Rolle spielt dein Hintergrund als Kunsthändler bei der Auswahl von Immobilien?
Bevor ich nach Südafrika gekommen bin, war ich in Europa im Kunsthandel tätig. Das hat meinen Blick sehr geschult. Ich habe ein Auge für Qualität, für besondere Details, für Architektur und Lagen mit Charakter.
Gerade im Raum Kapstadt gibt es Immobilien, die nicht auf den ersten Blick herausstechen, aber etwas Besonderes haben. Dieses Gespür hilft mir sehr bei der Bewertung und Auswahl.
Mit welchen internationalen Kunden arbeitest du und welche Sprachen sprichst du?
Meine internationalen Kunden kommen überwiegend aus Europa – vor allem aus Deutschland, den Niederlanden, England, Frankreich und Belgien.
Ich spreche fünf Sprachen: Deutsch (Muttersprache), Englisch, Französisch, Niederländisch und Afrikaans.
Gerade bei Vertrags- und Steuerfragen ist es für viele Kunden sehr hilfreich, komplexe Inhalte in ihrer Muttersprache erklärt zu bekommen.
Wie findest du Immobilien, die nicht öffentlich am Markt angeboten werden?
Off-Market-Immobilien zu finden, ist eine der größten Herausforderungen. Das funktioniert fast ausschließlich über ein gutes Netzwerk.
Ich spreche regelmäßig Eigentümer direkt an oder werde von Verkäufern kontaktiert, die ihre Immobilie diskret verkaufen möchten.
In solchen Fällen habe ich oft bereits eine Warteliste mit passenden Käufern – und die Immobilie wird verkauft, bevor sie überhaupt online erscheint.
Welche typischen Fehler siehst du bei Käufern, die ohne professionelle Begleitung kaufen?
Leider sehr viele.
Viele Käufer unterschätzen den Markt oder glauben, sie könnten alles alleine regeln. Ohne Kenntnisse im südafrikanischen Vertragsrecht, im Steuersystem und über lokale Gegebenheiten läuft man schnell in teure Fallen.
Das Ergebnis ist oft: zu teuer gekauft, falsche Lage, falsche Struktur oder Verträge, die vorne und hinten nicht passen.
Du arbeitest mit einem Netzwerk aus Anwälten und Steuerberatern. Warum ist das so wichtig?
Ein Immobilienkauf in Südafrika sollte niemals ohne juristische und steuerliche Expertise erfolgen. Anwälte und Steuerberater sind hier keine Option, sondern notwendig.
Gemeinsam stellen wir sicher, dass Verträge korrekt aufgesetzt sind und der Kauf steuerlich sinnvoll strukturiert wird – etwa privat oder über eine Gesellschaft.
In welchen Phasen des Kaufprozesses ist dieses Netzwerk besonders wichtig?
Vor allem in der heißen Phase vor der Angebotsabgabe und bei der Vertragsgestaltung.
Wenn sich ein Käufer für eine Immobilie entschieden hat, müssen viele Details sauber geklärt werden. Auch nach Vertragsunterzeichnung begleitet das Netzwerk den weiteren Prozess.
Für wen ist deine 60-minütige Erstberatung besonders sinnvoll?
Für alle, die ernsthaft darüber nachdenken, eine Immobilie in Kapstadt oder Südafrika zu kaufen, aber noch keine klare Vorstellung von Abläufen, Risiken, Regionen und realistischen Budgets haben.
Was genau bekommen Kunden in dieser Erstberatung?
In den 60 Minuten spreche ich über Marktstrukturen, Regionen, rechtliche Grundlagen, steuerliche Themen und typische Fehler.
Ich höre mir vor allem an, was der Kunde wirklich möchte: Wohnung oder Haus, Eigennutzung, Auswanderung oder Zweitimmobilie.
Die 60-minütige Erstberatung kostet 295 Euro zzgl. MwSt.**
Sie ist wie eine Gebrauchsanleitung – danach wissen Kunden, wie sie sinnvoll weiter vorgehen können.
Warum kann diese Erstberatung später viel Zeit, Geld und Nerven sparen?
Weil Fehler verhindert werden, bevor sie passieren.
Ich habe viele Fälle erlebt, in denen Menschen ohne Beratung gekauft haben und später große finanzielle und emotionale Probleme hatten.
Nach der Erstberatung sind Kunden klarer, sicherer und treffen Entscheidungen bewusster.
In welchen Fällen würdest du ganz klar vom Kauf einer Immobilie abraten?
Wenn Budgetvorstellungen unrealistisch sind oder wenn jemand nicht klar sagen kann, warum er überhaupt eine Immobilie kaufen möchte.
Ich rate auch von großen Zweitimmobilien ab, die die meiste Zeit leer stehen und kein Nutzungskonzept haben. Eine Immobilie muss zum Leben und zu den Plänen des Käufers passen.
Welchen wichtigsten Rat gibst du Menschen, die über eine Immobilie in Südafrika nachdenken?
Schaffe zuerst Klarheit.
Warum möchtest du diese Immobilie? Was willst du damit machen? Und passt Südafrika wirklich zu deinem Leben?
Wer diese Fragen ehrlich beantwortet und sich gut vorbereitet, trifft langfristig bessere Entscheidungen.
Was interessiert euch am Thema Immobilien in Südafrika am meisten – Finanzierung, rechtliche Sicherheit oder die besten Regionen?
Schreibt eure Fragen und Erfahrungen gern in die Kommentare!


