Ich habe die Schule nicht geliebt.
Ständig sitzen, Aufgaben machen, Dinge lernen, die mich nicht wirklich interessiert haben – das war es nicht. Was sich gut angefühlt hat, war etwas ganz anderes: die Leute.
Ich bin mit meiner damaligen Freundesgruppe jeden Morgen zusammen zur Schule gelaufen und nachmittags wieder zurück. In den Pausen haben wir geredet, rumgehangen, gelacht oder einfach nichts gemacht. Schule war für mich weniger ein Ort zum Lernen und mehr ein Ort zum Dazugehören. Und genau das hat sich sicher angefühlt.
Rückblickend merke ich, wie wichtig mir dieser Alltag war. Ich habe es sogar gehasst, wenn ich krank war und nicht in die Schule konnte. Nicht, weil ich den Unterricht vermisst habe – sondern weil ich nicht dabei war.
Dieses Gefühl kann ich bis heute nicht richtig beschreiben, aber es war irgendwie unangenehm, als würde mir etwas fehlen.
Als das Thema aufkam, die Schule zu verlassen, war mein erster Gedanke nicht Freiheit oder Abenteuer.
Sondern eher: Was passiert dann mit allem, was gerade normal ist?
Meine Eltern setzten sich mit mir an einen Tisch und erzählten, dass sie die Idee haben, uns aus der Schule zu nehmen und für ein Jahr auf Reisen zu gehen. Für viele klingt das wie ein Traum. Für mich war es erstmal schwer, mir das überhaupt vorzustellen.
Ich hatte Angst, meine damaligen Freunde nicht mehr jeden Tag zu sehen. Nicht mehr Teil dieses ganz normalen Schulalltags zu sein. Nicht mehr automatisch dazuzugehören.
In meinem Kopf habe ich mir vor allem die negativen Dinge ausgemalt:
Wie soll ich neue Leute kennenlernen?
Mein Englisch war damals noch nicht besonders gut. Ich werde meine damaligen Freunde lange nicht sehen. Und Fernbeziehungen – auch bei Freundschaften – sind einfach nicht mein Ding.
Freilernen kannte ich zu der Zeit eigentlich gar nicht. Ich wusste, dass es Homeschooler gibt, aber für mich gab es nur ein System: Schule. Alles andere war irgendwie außerhalb meiner Vorstellung.
Und irgendwo tief drin war da auch dieser Gedanke: Wenn ich nicht mehr jeden Tag in der Schule bin, bin ich vielleicht nicht mehr so cool wie vorher.
Heute weiß ich: Das war nicht die Wahrheit. Aber damals hat es sich genauso angefühlt.
Wie es für mich weiterging erfährst du hier: Wie es für mich weiter ging – ohne Schule

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