Vor ein paar Tagen ist eine Folge online gegangen, in der ich zu Gast war: bei Hauptsache Meerblick. Gut eine Stunde lang, und wir sind ziemlich weit gekommen – eigentlich durch alles, worüber ich hier sonst in einzelnen Beiträgen schreibe.
Eines gleich vorweg, weil es fast immer falsch verstanden wird: Wir sind nicht von Kroatien nach Südafrika gezogen. Wir haben zwei Basen. Eine in Europa, eine außerhalb. Beide sind unser Zuhause, keine ist eine Zwischenstation.
Zwei Basen statt ein Umzug
Das ist der Punkt, an dem sich unser Weg von den meisten Auswanderergeschichten unterscheidet. Da geht es normalerweise um einen Schnitt: Land A verlassen, Land B ankommen, fertig. Bei uns war das nie die Idee.
Kroatien ist unsere Base in Europa. Südafrika ist die zweite, außerhalb. Wir haben nicht das eine gegen das andere getauscht – wir haben etwas dazugebaut. Das bedeutet mehr Aufwand, mehr Organisation und mehr Fragen von außen. Es bedeutet aber auch, dass wir nicht auf ein Land angewiesen sind. Weder auf seine Politik, noch auf seine Währung, noch auf sein Wetter.
Wie sich das übers Jahr verteilt, planen wir nicht am Kalender durch. Im Moment verbringen wir viel Zeit in Südafrika, sind zwischendurch aber immer wieder in Kroatien – und dazwischen auf Reisen. Es gibt keinen festen Rhythmus, und das ist kein Versäumnis, sondern der eigentliche Punkt: Wir entscheiden das nach dem, was gerade ansteht, und nicht nach dem, was ein Mietvertrag oder ein Schuljahr vorgibt.
Warum wir Deutschland verlassen haben
Die Frage steht bei solchen Gesprächen fast immer am Anfang, und sie ist meistens falsch gestellt – nämlich als Frage nach dem, wovor man wegläuft. Bei uns war es andersherum. Wir hatten ein Bild davon, wie wir leben wollten: zeitlich und örtlich unabhängig, als Familie, mit der Möglichkeit, Entscheidungen selbst zu treffen. Der Rest ergab sich daraus.
Ein Haus kaufen, das man nie gesehen hat
Das ist der Teil, bei dem die meisten kurz stutzen: Unser Haus in Südafrika haben wir gekauft, ohne je davor gestanden zu haben. Anderer Kontinent, andere Rechtslage, kein Rundgang, kein zweiter Blick.
Im Podcast wurde genau das gefragt – ob das nicht leichtsinnig war. Meine Antwort: Es war ein Bauchgefühl. Eine Intuition. Und sie war genau richtig.
Ich weiß, dass das für manche wie eine schlechte Grundlage für die größte Anschaffung eines Lebens klingt. Für mich ist es das Gegenteil. Intuition kommt ja nicht aus dem Nichts – sie ist das, was übrig bleibt, wenn man lange genug hingeschaut hat. Wir wussten, was wir wollten, wir wussten, worauf wir uns einlassen, und irgendwann war da einfach dieses klare Ja. Ich habe es nicht bereut, keinen Tag.
Wovon wir leben
Aktien, Krypto, Trading – das ist der zweite große Block. Oliver kümmert sich um die langfristigen Positionen, ich um den aktiveren Teil.
Was mir dabei wichtig ist, und was ich auch im Gespräch gesagt habe: Das ist kein Weg, der nach sechs Wochen trägt. Es hat gedauert, es gab Phasen, in denen es unangenehm war, und es setzt voraus, dass man bereit ist, sich wirklich einzuarbeiten. Wer eine Abkürzung sucht, findet sie bei uns nicht.
Es ist aber auch genau das, was zwei Basen überhaupt möglich macht. Ein Einkommen, das nicht an einen Ort gebunden ist, ist die Voraussetzung für ein Leben, das es auch nicht ist.
Freilernen statt Schulbank
Der dritte Block, und der, zu dem ich die meisten Nachrichten bekomme. Unsere Kinder gehen nicht zur Schule. Sie lernen selbstbestimmt – nach ihrem Tempo, an dem, was sie gerade interessiert.
Ich erzähle im Podcast auch, dass es bei mir gedauert hat, bis wir da angekommen sind. Ich hatte von Anfang an großen Respekt vor diesem Weg. Ich war nur noch nicht so weit. Das ist ein Unterschied, der mir wichtig ist – es war kein plötzlicher Bruch, sondern ein langsames Hineinwachsen.
Gefragt wurde vor allem das Praktische: Wie sieht so ein Tag aus? Was ist mit Abschlüssen? Und die Frage, die eigentlich immer kommt – und die sozialen Kontakte?
Hör gern rein
Die Folge dauert gut eine Stunde. Sie ist nichts, was man nebenbei in fünf Minuten mitnimmt – aber wenn du eines dieser Themen gerade selbst durchdenkst, ist vermutlich etwas für dich dabei.
Zur Folge bei Hauptsache Meerblick
Und falls beim Zuhören eine Frage offen bleibt: Schreib sie mir. Daraus werden hier oft die nächsten Beiträge.

Gelebte Erfahrung statt Google-Antworten.
Nur echte Erfahrungen aus über 5 Jahren selbstbestimmtem Leben.

