Drei Farmen, fünf Menschen, ein Auto. Beste Entscheidung.
Wir waren mal wieder unterwegs. 😊 Eigentlich war der Plan, die komplette Strecke bis nach Durban durchzufahren – zweieinhalb Wochen Tour, alles auf einmal. Aber dann haben wir uns kurzerhand dagegen entschieden. So lange wollten wir dann doch nicht von zu Hause weg. Also haben wir umgeplant: eine kleine Farmrundtour im Westkap, danach wieder heim – und nächste Woche fliegen wir in den nagelneuen Club Med nahe Durban. (Davon werde ich natürlich auch berichten. 😊)
Skeiding Guest Farm, Heidelberg
Erste Station: die Skeiding Guest Farm bei Heidelberg, Western Cape, ungefähr auf halbem Weg zwischen Kapstadt und der Garden Route. Klingt nach praktischem Zwischenstopp – war aber einer der Höhepunkte der ganzen Reise.
Neels und Anné-Lize führen hier eine echte Arbeitsfarm. Kein Showbetrieb, kein Touristenrummel. Unser Cottage war gemütlich, ruhig, genau richtig. Abends gab es Bobotie – für alle, die das noch nicht kennen: das ist so etwas wie das südafrikanische Nationalgericht. Gewürztes Hackfleisch, Ei-Custard-Haube obendrauf, teils vom Grill, alles selbstgemacht und frisch. Absolutes Soulfood. Und danach noch eine selbstgemachte Schokoladenmousse – die Kinder waren hin und weg.
Morgens dann die Farmtour. Wir waren mit den ersten Sonnenstrahlen draußen, Springböcke im Morgenlicht – und dann der absolute Überraschungsmoment: ein Ratel in einer Falle. Sieht aus wie ein kleiner Dachs, hat scharfe Klauen, kann brüllen wie ein Bär und gilt laut Guinness-Buch als das furchtloseste Tier der Welt. (Löwen gehen ihm aus dem Weg. Ernsthaft.) Wir standen da und haben einfach nur gestaunt.
Danach Frühstück, das dem Abendessen in nichts nachstand. Und ich habe mir noch einen wunderschönen handgemachten Wollteppich aus dem kleinen Farmshop mitgenommen. (Musste sein. 😄)
Gebucht haben wir über Booking.com: → Skeiding Guest Farm auf Booking.com
Carmens Straussennest, Oudtshoorn
Zweiter Besuch beim Straussennest – und wieder genauso schön wie beim ersten Mal. Carmen und Dario, zwei Berliner, die es in den Westkap gezogen hat. Die beiden haben in Oudtshoorn etwas aufgebaut, das wirklich besonders ist.
Was mich jedes Mal wieder bewegt: ihr Projekt für die Kinder aus der Region. Entstanden in Zusammenarbeit mit Union Berlin – eine Fußballstation, eine kleine Open-Air-Bühne, alles mit so viel Herzblut und Liebe zum Detail umgesetzt. Man spürt sofort, dass das kein Deko-Projekt ist. Das wird gelebt. Wir haben mit den Kindern Fußball gespielt – und diese Momente sagen mehr als jede Beschreibung.
Abends hat Dario Straußensteak gegrillt. (Zweiter Besuch, gleicher Effekt – einfach unschlagbar.) Und dann: Karaoke. Dario hat uns alle mit seiner Stimme kalt erwischt. Damit hatte wirklich niemand gerechnet. 😄
Kalt war es auch – die Häuser haben keine Heizung und die Nächte in Oudtshoorn können frisch sein. Am Ende haben wir alle zusammen in einem Raum geschlafen, Decken, Kinder, Chaos. Irgendwie wie ein großes Sleepover. Und irgendwie genau das Schönste an der ganzen Nacht.
Das Projekt von Carmen und Dario liegt mir sehr am Herzen – ich sammle gerade Spenden dafür. Wenn ihr einen kleinen Beitrag leisten möchtet:
→ Spenden für das Straussennest-Projekt
Jeder Beitrag zählt. Wirklich.
Oakhurst Farm, Garden Route
Letzte Station: zwei Nächte auf der Oakhurst Farm. Und ein wirklich schöner Abschluss.
Das Cottage war toll – schöne Terrasse, toller Ausblick, alles stimmig. (Einziger Punkt: das Bett war etwas schmal. Aber das ist wirklich das Einzige.) Ich war reiten – einer dieser Momente, wo man einfach still wird und nichts anderes braucht. Til und ich waren angeln. Die Zwillinge haben die kleine Skatebahn unsicher gemacht und sind im Pool geschwommen. Und als Familie haben wir noch einen schönen Spaziergang zum Wasserfall gemacht – einmal rund ums ganze Resort, wirklich wunderschön und absolut kindertauglich. Sehr zu empfehlen.
Jeden Abend wurde ein Frühstückskorb vor die Tür gestellt. Morgens aufmachen und frisch gepacktes Frühstück vorfinden – das ist einfach ein schönes Gefühl.
Und dann natürlich: die Baboons. Die kommen auf dem Weg ganz nah ran – für uns inzwischen vertraut, wir haben ja selbst welche bei uns. Aber wer das zum ersten Mal erlebt, ist völlig aus dem Häuschen. Zu Recht. 😄
Der kleine Farmshop ist ein Muss: eigene Produkte, ein Kräutergarten direkt vor der Tür, Körbe zum Frühstück oder Grillen kann man vorbestellen. Fahrräder leihen ist auch möglich.
Gebucht haben wir über Booking.com: → Oakhurst Farm auf Booking.com
Was wir auf dieser Reise gelernt haben
Südafrika lehrt einen ständig etwas Neues.
Diesmal: afrikanische Bienen. Auf allen Farmen stehen die Bienenstöcke hochgelagert – auf Pfählen, weit oben, absichtlich schwer erreichbar. Der Grund ist einleuchtend: Zu viele Tiere wollen an den Honig ran. Allen voran der Ratel – wie wir ja selbst gesehen haben. Und weil die Bienen ihren Stock permanent gegen Räuber verteidigen müssen, sind sie entsprechend gereizt. Deutlich aggressiver als alles, was wir aus Europa kennen.
Was man wissen sollte: Ein Stich zieht sofort weitere Bienen an – der Duftstoff wirkt als Alarmsignal für den ganzen Schwarm. Für Allergiker kann das sehr schnell gefährlich werden. Uns wurde klar gesagt: Abstand halten, keinen Schwarm provozieren, und wenn doch – sofort weg.
Klingt dramatisch. Ist es auch ein bisschen. Aber gehört zu Südafrika dazu. Und wer erst einmal einen Ratel gesehen hat, versteht sofort, warum die Bienen hier so wenig Geduld haben. 😄
Til, Fee und Lena haben die Reise für euch festgehalten – 40 Sekunden Westkap in einem kleinen Video. Gedreht von allen dreien, geschnitten von Lena. 🎬 https://youtu.be/oQiyyVZeduA
(Nächste Woche geht's für uns in den nagelneuen Club Med nahe Durban – natürlich werde ich auch davon berichten. 😊)


