Interview mit Philipp von „Die neue Welt – Freies Lernen“
Ich bekomme unglaublich viele Nachrichten von Familien, die sich mit dem Thema Freilernen und alternative Bildungswege beschäftigen. Viele spüren, dass das klassische Schulsystem nicht für jedes Kind der richtige Weg ist – und gleichzeitig tauchen sofort viele Fragen auf: Welche Möglichkeiten gibt es? Wie funktioniert freies Lernen in der Praxis? Und was ist mit Abschlüssen?
Genau deshalb finde ich es so wichtig, Menschen zu zeigen, die neue Wege im Bildungsbereich gehen und konkrete Lösungen aufgebaut haben.
Philipp ist einer davon. Mit seiner Plattform „Die neue Welt – Freies Lernen“ hat er ein Netzwerk geschaffen, dem inzwischen über 1000 Familien folgen. Was ursprünglich als einfacher Tierkurs begann, hat sich Schritt für Schritt zu einer Lernplattform entwickelt, auf der Jugendliche ihren eigenen Weg gehen können – mit Begleitung, Struktur und sogar der Möglichkeit eines anerkannten Highschool-Abschlusses.
Im Interview erzählt Philipp, wie alles entstanden ist, wie freies Lernen bei ihnen wirklich funktioniert – und warum Freiheit in der Bildung nicht bedeutet, Kinder sich selbst zu überlassen.
Philipp, wie ist „Die neue Welt“ entstanden?
Eigentlich wollte ich nur einen Tierkurs entwickeln, der Kinder nicht langweilt. Mehr war nicht geplant. Dass daraus eine große Plattform wird, ist Schritt für Schritt passiert.
Ich habe früh gemerkt, dass Schule für mich nicht passt. Vieles fühlte sich nicht wie echte Lebensvorbereitung an. Man lernt kaum etwas über Geld, Selbstständigkeit oder wie man eigene Projekte aufbaut. Genau dort wollte ich ansetzen.
Was ist eure Plattform – und was bewusst nicht?
Wir wollten nie „Schule in digital“ sein. Und auch keine klassische Nachhilfe.
Es geht darum, dass Kinder und Jugendliche gerne lernen. Es gibt interaktive Kurse, Austausch, Begleitung – und inzwischen ein Highschool-Programm mit anerkanntem Abschluss.
Was wir nicht sind: ein starres System mit festen Lehrplänen für alle.
Für wen ist das gedacht?
Für Familien, die Bildung neu denken wollen. Meistens gehen Mütter den ersten Schritt, aber im Mittelpunkt stehen die Jugendlichen.
Gibt es feste Lernpläne?
Nein. Nur in Englisch und Mathe müssen jährlich Fortschritte gezeigt werden. Alles andere richtet sich nach den Zielen des Jugendlichen.
Wir fragen nicht: „Was steht im Lehrplan?“ Sondern: „Wo willst du hin – und was brauchst du dafür?“
Lernen kann projektbasiert sein und mehrere Fächer verbinden. Jugendliche bestimmen ihren Weg weitgehend selbst, werden aber eng begleitet.
Wie verhindert ihr, dass „frei“ beliebig wird?
Durch Begleitung, Austausch und Zielarbeit. Freiheit heißt nicht, allein gelassen zu werden.
Oft sehen Eltern anfangs wenig Fortschritt. Doch innerlich wachsen Selbstvertrauen und Orientierung. Wenn diese Basis steht, geht Entwicklung oft schneller als im klassischen System.
Können Jugendliche einen anerkannten Abschluss machen?
Ja. Über das Highschool-Programm können sie frei lernen und gleichzeitig auf einen anerkannten Abschluss hinarbeiten.
Wer keinen klassischen Abschluss möchte, kann eigene Projekte verfolgen oder andere Wege einschlagen. Es geht um echte Wahlmöglichkeiten.
Was sagst du Eltern mit Angst vor Chancenverlust?
Angst ist verständlich. Aber junge Menschen brauchen oft Zeit, ihren eigenen Rhythmus zu finden.
Ich selbst habe nach der Schule anderthalb Jahre gebraucht, um meinen Weg zu finden. Heute trage ich mein Leben selbst. Das ist für mich entscheidend.
Wie viel Eigenverantwortung braucht es?
Viel. Freies Lernen funktioniert nicht ohne aktive Eltern und bewusste Entscheidungen. Es ist kein leichter Weg, sondern ein selbstbestimmter.
Was kostet es?
Es gibt eine jährliche Familiengebühr und eine monatliche Rate pro Kind. Wir versuchen, es bezahlbar zu halten. Gleichzeitig gehört finanzielle Bildung für uns zur Freiheit dazu.
Blick in die Zukunft?
Freies Lernen wird nicht morgen alles ersetzen. Aber es wird stärker Teil des Mainstreams werden. Viele wissen noch gar nicht, dass sie eine Wahl haben.
Und genau darum geht es: bewusst entscheiden zu können.
Fazit
Freies Lernen ist kein einfacher Weg – aber für viele Familien ein sehr bewusster. Das Gespräch mit Philipp zeigt, dass hinter dem Begriff Freilernen nicht Chaos oder Beliebigkeit steckt, sondern Struktur, Begleitung und vor allem Vertrauen in die Entwicklung von jungen Menschen.
Spannend finde ich vor allem, dass immer mehr Familien beginnen, Bildung neu zu denken. Nicht unbedingt gegen Schule – sondern mit der Frage: Welche Möglichkeiten gibt es eigentlich noch? Plattformen wie „Die neue Welt – Freies Lernen“ zeigen, dass alternative Wege möglich sind und dass Jugendliche trotzdem Perspektiven, Projekte und auch anerkannte Abschlüsse erreichen können.
Am Ende geht es vielleicht gar nicht um ein „entweder oder“, sondern darum, dass Familien wissen: Es gibt mehr als nur einen Bildungsweg.
Mich würde interessieren:
Habt ihr euch schon einmal mit dem Thema Freilernen oder alternative Bildungswege beschäftigt – oder seid ihr vielleicht selbst gerade auf der Suche nach neuen Möglichkeiten für eure Kinder? Schreibt es gerne in die Kommentare.



